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Bestseller

Jacques Derrida
Von der Gastfreundschaft
5. Auflage

Herzlichen Glückwunsch!

Neuerscheinungen: 
Ein neuer Beitrag zur Laktationsforschung:


Milk / Milch
Gabe, Lust und Verlust
Herausgegeben von Irini Athanassakis
Übersetzt von Tessa Stevenson und Jean-Loup Thebaud
176 Seiten, br.,€ 29,90
 978-3-7092-0246-3
Am Anfang war also die Milch. Denn wenn das Leben gegeben wird, eine Gabe, wird ein weiteres Geben lebensnotwendig, das der (Mutter-)Milch. Die Milch, eine Gegebenheit, oder auch nicht, wird produziert, um gegeben und genommen, eigentlich lustvoll eingesogen zu werden.  Irini Athanassakis Arbeiten mit und zu Muttermilch begannen mit einer Serie von Tropfen aus Muttermilch auf Papier, rechts und links, beiläufigen hellen Flecken auf weißem Papier, und entwickelte sich in der Folge zu fragilen transparenten Mindmaps, assoziativen Kommentaren zur Anatomie der Brust, zu den Prozessen und Erfahrungen des Laktierens, des Kolostrums; sie umschreiben Gedanken zur Mythologie, zur Technologie und zur Ökonomie des Stillens. Damit schreibt Athanassakis die lange Tradition der künstlerischen Arbeiten mit Körperflüssigkeiten in Weiß fort, kopiert und zitiert ohne Zögern Natur-, Sozial- und Kulturwissenschaften und Kunst und bringt diese ohne Kausalität auf milchigen Blättern in räumliche Nahverhältnisse, um schließlich für eine (Bio-)Praxis des unbedingten Gebens zu plädieren. Namhafte AutorInnen begleiten diese Suche nach der Bedeutung des Milchozeans, dem der indischen Mythologie zu Folge alles entspringt. (Cows are mothers, too.)


Alain Badiou
Was verstehe ich unter Marxismus?
64 S., br., € 8,90
978-3-7092-0299-9
In einem konzisen Vortrag legt Alain Badiou sein Verständnis des Marxismus dar und verleiht dabei seiner eigenen Philosophie neues Profil. Ausgehend von seiner persönlichen Beziehung zum Marxis? mus skizziert Alain Badiou seine Quellen und Entwicklungen. Dabei nimmt er eine Reihe von Verschiebungen marxistischer Begriffe vor, indem er den Akzent seiner Analyse auf den Klassenkampf und das Erkennen von Klasseninteressen legt. Auf diese Weise entsteht eine Definition des Marxismus, die ihn als „Denken der Verwandlung der Erkenntnis in Handeln" bestimmt und den Schwierigkeiten ent? geht die mit der Definition des Marxismus als Wissenschaft oder Politik verbunden sind. Schließlich stellt Badiou mit der Frage nach dem Marxismus auch die große Frage der Moderne: Wenn der Kapitalismus vor allem deswegen (vorerst) gewonnen hat, weil er sich mit der Moderne gleichzusetzen wusste, wie kann die kommu? nistische Idee vor dem Hintergrund der gegenwärtigen globalen Verhältnisses mit dem Projekt der Moderne verbunden werden? Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris.  Link: Badiou-Interview

Jacques Derrida
Vor allem, keine Journalisten
64 S., br., € 11,00
978-3.7092-0302-6
Anlässlich einer Tagung zum Thema Religion und Medien im Jahr 1997 greift Jacques Derrida die Frage nach Glauben und Wissen sowie ihrem Verhältnis zur Bezeugung und medialen
Vermittlung des Glaubensaktes auf. „Was hat Gott zu Abraham sagen müssen? Was hat er ihm notwendigerweise bedeutet, als er ihm den Befehl gegeben hat, auf den Berg Moriah zu steigen, begleitet von lsaak und seinem Esel, angesichts des schlimmsten ‚Opfers'? Was hat er ihm sagen können und ihm bedeuten müssen? [ ... ] Man kann, in aller Gewissheit, ohne irgendetwas anderes zu wissen, vorbringen, dass er ihm etwas hat bedeuten müssen, das ich so zusammenfassen würde: ‚Vor allem, keine Journalisten!' [ ... ] Was haben die drei großen Monotheismen gemein? Wenn es nicht bloß die Referenz auf Abraham ist (die zwischen den dreien auf unterschiedliche Weise moduliert wird), dann ist es der geteilte Glaube."


Jacques Rancière
Zehn Thesen zur Politik
56 S., br., € 9,90
978-3-7092-0307-1
Die Zehn Thesen zur Politik verknüpfen in ebenso prägnanter wie polemischer Weise die Vielfalt von Rancières politischem Denken zu einem klaren und stringenten Gesamtbild. Zentrale Motive wie der Gegensatz von Politik und Polizei, das Problem der Subjektkonstitution, die Frage nach der Bedeutung der politischen Philosophie und nach dem Stellenwert der Demokratie erhalten in demselben Maß Kontur, wie ihr argumentatives Ineinandergreifen sichtbar wird. Gerade durch die kondensierte Form gewinnen Rancières Gedanken an Plausibilität und Verbindlichkeit.
Eine philosophische Farce zum Tränenlachen:


Alain Badiou
Der zweite Sokrates-Prozess
160 S., br., € 19,90
978-3-7092-0298-2
Der Prozess des Sokrates, der mit seiner Verurteilung zum Tod endete, wird im heutigen Athen neu aufgerollt. Die Verteidiger Platon, Xenophon und Aristophanes wollen das Urteil aufheben lassen. Ein französischer Journalist berichtet exklusiv.
Und was sagt Sokrates selbst dazu?

Jacques Rancière
Moderne Zeiten
112 S., br., € 14,00
978-3-7092-0308-8
Gibt es eine spezifische Zeitlichkeit der Moderne? Wenn ja, welche politischen Implikationen hat sie? Diese Fragen diskutiert Jacques Rancire in vier Vorträgen, in welchen er die Erzählformen von Werken der Literatur, des Tanzes und des Kinos untersucht, die in seinen Augen paradigmatisch für die ästhetische lnnovationskraft der Moderne stehen. Als zentrales Merkmal der ästhetischen Moderne betrachtet Ranciäre eine spezifische Zeitlichkeit, die durch Erzählformen implementiert wird. Im Gegensatz zu einer an aristotelischen Maßstäben orientierten Erzählung, die eine Zeit instituiert, die denen vorbehalten bleibt, die das Privileg haben, ihrem Handeln Sinn zu verleihen, eröffnet die moderne Ästhetik Wege zu einer enthierarchisierten Zeit, in der alle Augenblicke gleichwertig sind. So ermöglichen Werke wie "Der Mann mit der Kamera" - ein Film der aus Handgriffen einfacher Arbeiter die Symphonie der komunistischen Gemeinschaft komponiert - neue Aufteilungen des Sinnlichen und eröffnen neue Wege, sich den Raum der alltäglichen Erfahrung emanzipativ anzueignen. Ranciäre verfolgt diese Entwicklung bis in die Gegenwart und zeigt so, wie aktuell das utopische Projekt der ästhetischen Moderne heute immer noch ist.


Alain Badiou
Trump
Amerikas Wahl
Aus dem Französischen von Martin Born
2., überarbeitete Auflage
72 S., br., € 9,90
978-3-7092-0265-4
Wie erklärt man den Wahlsieg Donald Trumps? Welcher Form von Subjektivität bedarf es, um unter den gegebenen Umständen Widerstand zu ermöglichen? Wie können politische Programme und Aktionen aussehen angesichts der Krise der westlichen Demokratien, für die Trump als Symbol steht? Einen Tag, nachdem Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde, hielt Alain Badiou einen Vortrag an der University of California in Los Angeles. In dieser hochaktuellen, politisch brisanten Rede bezieht der Philosoph Stellung zur Situation in den USA. Neben der Analyse der Ursachen und Gründe, die einem Politiker, der seiner Definition nach faschistisch ist, den Aufstieg zum sogenannten mächtigsten Mann der Welt ermöglicht haben, entwickelt Badiou hier Ansätze eines radikalen Gegenentwurfs: Er blickt nach vorne und versucht zu skizzieren, wie politischer Widerstand angesichts der aktuellen Ereignisse aussehen kann. Die Krise der westlichen Demokratien, deren jüngstes und vielleicht spektakulärstes Symptom der WahlsiegTrumps darstellt, birgt neben der Bedrohung womöglich die Chance einer politischen Neuorientierung, eines Aufbruchs zu neuen Formen des Engagements jenseits der etablierten politischen Institutionen. Folgt auf diesen Schock ein politisches Erwachen im Westen?

Francois Jullien
Nah bei ihr
Opakes Da-Sein, vertraute Präsenz
96 S., br.. € 11,90
978-3.7092-0304-0
Wie lässt sich verhindern, dass Gegenwart, sobald sie eintritt, sich setzt? Dass sie ins Stocken gerät, wenn sie nur wirklich wird, und verdirbt in der Dauer? Wie lässt sich dieses ‚Verknöchern' der Nähe abwenden, von dem alle Liebenden bedroht sind? Francois Jullien schlägt vor, das „Nahsein" der Gegenwart nicht in Begriffen des „Seins", also der Bestimmung, zu denken, sondern den Blick auf das Dazwischen zu richten, das in unbestimmter Weise das Intime zwischen den Subjekten passieren lässt. Gegenwart darf nicht in der Schicksalshaftigkeit eines Da-Seins versinken, das unwirksam wird und verschwindet, sobald es sich breitmacht in seinem „Da". Dies zu vermeiden ist von höchster Bedeutung für ein Leben zu zweit, ein gemeinsames Ex-sistieren.

Colin Crouch
Der Kampf um die Globalisierung
88 S., br., € 10,90
978-3-7092-0301-9
Um kaum einen Begriff der jüngeren politischen Geschichte gibt es so viele Kontroversen wie um den der Globalisierung. Was links und was rechts ist, ist dabei oftmals nur noch schwer zu unterscheiden. Mit seiner differenzierten Analyse der Globalisierung bringt Colin Crouch Klarheit in diesen ideologisch aufgeheizten Konflikt. Crouch zeigt, dass es weder wünschenswert noch möglich ist, die Globalisierung aufzuhalten. Es kommt aber darauf an, die internationalen Institutionen zu stärken um die Globalisierung zu zivilisieren. So wie die sozialdemokratischen Ideen des Sozialstaates Europa eine lang anhaltende Periode des Wohlstand und des Friedens gebracht haben, müssen heute sozialdemokratische Ideen des Interessenausgleichs die Basis von Reformen der internationalen Institutionen werden, damit der hemmungslosen Profitgier transnationaler Konzerne und ihrer zerstörerischen Kraft nicht das Feld überlassen wird.



Jacques Rancière
Der unwissende Lehrmeister
3., verbesserte Auflage
176 S., br.. € 21,90
978-3-7092-0314-9
Der Lehrmeister Joseph Jacotot lehrt, was er nicht weiß, und verkündet die frohe Botschaft der intellektuellen Emanzipation: Alle Menschen sind gleich intelligent. Jacques Rancire zeichnet die Philosophie der intellektuellen Emanzipation nach und präsentiert sie unserer pädagogisierten und von Ungleichheit geprägten Gesellschaft. 1818 begann Joseph Jacotot, exilierter Revolutionär und Lektor für französische Literatur an der Universität Löwen, Panik im gelehrten Europa zu verbreiten. Nicht damit zufrieden, flämischen Studenten Französisch beigebracht, ohne ihnen eine einzige Lektion gegeben zu haben, lehrte er, worüber er unwissend war und proklamierte die Losung der intellektuellen Emanzipation: Alle Menschen haben die gleiche Intelligenz. Es handelt sich hierbei nicht um amüsante Pädagogik, sondern um Philosophie und, wenn man will, um Politik. Die Vernunft lebt nur von der Gleichheit. Die soziale Fiktion jedoch lebt nur von Rängen und ihrer unaufhörlichen Rechtfertigung. Die große Lektion von Jacotot ist, dass die Bildung wie die Freiheit ist: Sie wird nicht verliehen, sondern genommen. Sie wird den Monopolisten der Intelligenz, die auf dem Erklärthron sitzen, entrissen. Es genügt, sich selbst zu erkennen und in jedem anderen sprechenden Wesen dieselbe Fähigkeit anzuerkennen. J. Rancière geboren 1940, lehrte zwischen 1969 und 2000 Philosophie und Kunsttheorie an der Universität Paris VIII.

Jacques Derrida
Von der Gastfreundschaft
5. Auflage
168 S., Br., € 21,90
978.3-7092-0313-2
Von der Gastfreundschaft gehört zu den Texten Jacques Derridas, die eine Ethik der Dekonstruktion zu formulieren suchen. Dabei bietet es einen leicht nachvollziehbaren Einstieg in das Denken Derridas, das hier gleichsam in Aktion sichtbar wird. In exemplarischen Lektüren ausgewählter Dialoge Platons sowie des Ödipus auf Kolonos von Sophokles, in denen verschiedene Figuren des ‚Fremden‘ skizziert werden, erscheint die Frage des Fremden als Frage des Fragens: „Besteht die Gastfreundschaft darin, dem Ankömmling Fragen zu stellen? Oder beginnt die Gastfreundschaft damit, dass man empfängt, ohne zu fragen?“ In Frage steht die Unterscheidung zwischen einer bedingten und der unbedingten Gastfreundschaft, die ‚Antinomie‘ zwischen den Gesetzen der Gastfreundschaft und dem Gesetz der Gastfreundschaft. Auch in Bezug auf biblische Beispiele, in denen die Gesetze der Gastfreundschaft über allem, auch über ethischen Verpflichtungen zu stehen scheinen, stellt Derrida die Frage: „Sind wir die Erben dieser Tradition der Gastfreundschaft? Inwieweit?“
Björn Wittmayer

Geisterwissenschaften
Von der Spektralität der Zeichen
228 Seiten, br., € 24,90
978-3-7092-0311-8
Wissenschaftler glauben nicht an Geister. Wie kann es dann aber sein, dass geisteswissenschaftliche Texte von Gespenstern sprechen?
Geisterwissenschaften beantwortet diese Frage, indem es die Verbindungen zwischen Geistern und Zeichen aufzeigt.

Ulrike Kregel
Liebe denken
Fünf Vorlesungen
170 Seiten, br., € 18,90
978-3-7092-0305-7
LIEBE - ein Wort, fünf Buchstaben, zwei Silben, vier Laute. Der erste Laut ist ein Zungenlaut wie in Laub, Labsal, Leib, Leben, lecken, lutschen, Lust und Leid. Ein klanglicher Auftakt, der auf die Lust der Zunge am Lallen insistiert, die eigentlich die Lust der Zunge am Schlecken, Schnalzen, Schlabbern und Schmecken ist, daran also, Nahrung aufzunehmen. Weil wir Nahrung brauchen, bedürfen wir von Anfang an - ohne Wahl - des Anderen. Auf diese Weise sind wir unvollständig, haben keinen Stand, keinen Bestand ohne den Anderen. Wir sind insuffizient, mittellos und daher permanent außer uns, um bei uns sein zu können. Zwischen Lust und Leid hängen wir - endlos lallend - am Anderen. Dieses Bedürfnis, dieser Mangel macht uns wund für den Anderen. Er ist das Wundmal, der Andere das Heilsversprechen und somit das, mit dem wir gezeichnet sind. Der Andere ist das, was uns reizt, und das, was uns reißt. Er ist der Riss und der Kitt in unserem Sein.

Larissa Wallner
Dimensionen der Zeit
Die Zeitphilosophie Kants und Husserls
192 Seiten, br., € 22,00
978-3-7092-0310-1
Die Zentralgestalt der Aufklärung, Immanuel Kant, und den Begründer der Phänomenologie, Edmund Husserl, eint das Motiv, die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis zu ergründen, um Wissen zu legitimieren. Sie entwickeln dabei eine Philosophie der Zeit, die den Ursprung der Zeitvorstellung und die Genese ihrer vielfältigen Aspekte auf das Zusammenwirken unterschiedlicher subjektiver Verhaltensformen und Strukturen zurückführt. Diese lassen sich mit den Begriffspaaren Rezeptivität und Spontaneität bei Kant und Passivität und Aktivität bei Husserl beschreiben. Beide Denker geben nicht nur eine Antwort darauf, wie Erfahrung von Zeitlichem möglich ist, sondern sind auch der Frage nach dem Wesen und dem Ursprung der Zeit selbst auf der Spur.


Louis Althusser
Einleitung in die Philosophie für Nichtphilosophen
328 S., br., € 39,00
978-3-7092-0282-1
Im Jahr 1975, inmitten der wohl politischsten Phase seines Lebens und seiner Arbeit, beschließt Louis Althusser, eine Art Lehrbuch zu verfassen, das die Philosophie auch für Laien zugänglich macht: Einleitung in die Philosophie für Nichtphilosophen ist das bestechende Ergebnis. Das Buch ist keineswegs ein schlichtes populärwissenschaftliches Einführungswerk – Louis Althusser liefert hier den Niederschlag seiner grundlegenden Thesen hinsichtlichder Themen Ideologie, Wissenschaft und Religion wie auch des Begriffs der Praxis, der für sein Denken zentral ist und hier wie nirgendwo anders Profil erhält. Dieses Buch stellt einen Augenblick der Synthese im Werk Althussers dar, eine funkelnde Momentaufnahme einer der einflussreichsten Philosophien des späten 20. Jahrhunderts, eine kristallklare Einführung in deren Hauptkategorien – und zugleich ein Manifest für das Denken der Zukunft. Ein Denken, von dessen brennender Relevanz der Erfolg derer zeugt, die als Althussers ‚Kinder‘ gelten dürfen.Von Jacques Rancière bis Alain Badiou, von Slavoj Žižek bis Étienne Balibar – seine Schüler verdanken ihm, noch dort, wo sie sich von ihm kritisch abgrenzen, wesentliche Impulse.


Hélène Cixous
Osnabrück Hauptbahnhof nach Jerusalem
174 S., br., € 22,90
978-3-7092-0285-2
„Zu Zeiten, als meine Mutter Eve am Leben war, habe ich mir stets gewünscht, nach Osnabrück zu fahren, in die Stadt der Familie meiner Mutter, der Jonas’. Und jetzt, wo niemand mehr da ist und das Gedächtnis sucht, wo, in wem es Zuflucht finden kann, jetzt, wo es zu spät ist, da ist es an dir hinzufahren, sagt mir das Schicksal, Hüter der genealogischen Mysterien.“
Mehr über Osnabrück
Bodies of Evidence
Ethics, Aesthetics, and Politics of Movement
ed. Gurur Ertem, Sandra Noeth
280 S., br., € 29,90
978-3-7092-0303-3
This book focuses on the human body in, of, and as evidence. It illuminates how the body appears simultaneously as witness, document, and agent as it moves across borders drawn by vectors of power such as nationhood, sovereignty, and normalcy. From multiple perspectives traversing the fields of visual and performing arts, social anthropology, political theory, critical journalism, and philosophy, this book interrogates the complex ways in which the body is implicated in contemporary “crises” and addresses its political and ethical repercussions. Contributions to the volume include commissioned articles, essays, interviews, dialogues and case studies that offer insights into corporeality as the often-neglected dimension that cuts through ethics, aesthetics, and politics. The book is commissioned by tanzhaus nrw Düsseldorf.
Philosophy on Stage
Philosophie als künstlerische Forschung
Hg. v. Arno Böhler u. Susanne Valerie Granzer
280 S., br., € 33,60
978-3-7092-0300-2
Wie verändert sich unser Bild des Denkens, wenn sich Philosoph_innen und Künstler_innen aufmachen, Philosophie als eine künstlerische Forschungspraxis zu verstehen? Ist das Denken seit Nietzsche nicht genau dahin unterwegs, sich selbst die Verankerung in der Sinnlichkeit zurückzugeben? Diese Forschungsfrage ist der entscheidende Impetus, aus dem heraus der Philosoph Arno Böhler und die Künstlerin Susanne Valerie Granzer seit 20 Jahren Milieus für ein Denken bauen, das nicht insgeheim einem asketischen Ideal frönt, sondern dem Körper und dem Begehren Raum gibt. Der Sammelband präsentiert eine philosophische Kontextualisierung dieser Fragestellungen im Rahmen des Festivals „Philosophy On Stage #4: Nietzsche et cetera“. Mit Texten von Arno Böhler, Susanne Valerie Granzer, Anke Haarmann, Krassimira Kruschkova, Alice Lagaay, Anton Rey und Elisabeth Schäfer. Das Buch ist im Rahmen des PEEK Projektes „Artist-Philosophers. Philosophy as Arts-Based Research“ entstanden, das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds gefördert wurde.

Weitere Neuerscheinungen Frühjahr 2018:
Stefan Lindl, Architekturen des Authentischen
Angelika Seppi, Schrift und Gerechtigkeit
Mallarmé, Hg. v. Giulia Agostini

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Das Passagen-Buch
120 S., br., € 14,90
978-3-7092-0283-8
Der Passagen Verlag engagiert sich seit nunmehr 30 Jahren für die Vermittlung französischen Denkens im deutschsprachigen Raum. Anlässlich dieses Jubiläums erscheint ein besonderes Buch, das die Gründungszeit des Verlages wiederaufleben lässt und dabei die Kernthemen herauskristallisiert, die bis heute für die Arbeit des Verlages wegweisend sind. Autoren der ersten Stunde wie Jacques Derrida und Jean- François Lyotard sind Ideengeber des wichtigsten gesellschaftlichen Umbruchs am Ende des 20. Jahrhunderts, das durch zwei totalitäre Systeme – Kommunismus und Faschismus – dominiert war. Angesichts der gegenwärtigen politischen Weltlage zeigt sich heute erneut die fundamentale Bedeutung dieser kritischen Positionen. Dieses Buch führt den Leser in die 1980er-Jahre, die Hoch-Zeit der „Postmodernen Philosophie“ in Frankreich, zurück und illustriert anhand ausgewählter Dokumente die Anfänge des Projekts Passagen Verlag. Bisher unveröffentlichte Gespräche mit Jacques Derrida, Jean-François Lyotard und zahlreiche Fotos sowie aktuelle Beiträge von Hélène Cixous, Alain Badiou und Jacques Rancière gewähren dem Leser einen Einblick in den lebhaften intellektuellen Austausch, der die theoretischen Diskurse der Gegenwart Mit bisher unveröffentlichten noch immer u m innovative Positionen bereichert.
Texte von:
Jacques Derrida
Jean-François Lyotard
Hélène Cixous
Jacques Rancière
Alain Badiou



Cixous, Hélène
Aus Montaignes Koffer
im Gespräch mit Peter Engelmann
184 S., br., € 22,00
ISBN 978-3-7092-0251-7
Der Gesprächsband bietet Einblick in die Erfahrungs- und Gedankenwelt Hélène Cixous’, einer der wichtigsten französischsprachigen Autorinnen unserer Zeit. In vier Gesprächen, die hier erstmals veröffentlicht werden, spürt Peter Engelmann den maßgeblichen Themen in Hélène Cixous’ Werken nach. Von zentraler Bedeutung ist die Kindheit der Autorin, die sie während des Zweiten Weltkrieges in Algerien zubringt, wo mit der vor dem Nationalsozialismus aus Osnabrück nach Oran geflohenen Großmutter auch Osnabrück als Fantasiestadt für sie weiterlebt. Diese algerische Kindheit teilt Cixous zudem mit Jacques Derrida, mit dem sie nicht nur eine lebenslange Freundschaft verband, sondern auch einen regen schöpferischen Austausch unterhielt. So bilden Cixous’ Biografie, ihre Beziehung zu Derrida und ihr politisches Engagement die Leitmotive dieses Bandes.
.
„Was ich tue, wenn ich schreibe, ist im Grunde, dass ich das Intimste, Verborgenste, Verbotenste schreibe, dort, wo es mit der Weltgeschichte in Verbindung steht und mit ihr kommuniziert.
Das ist mein ständiges Anliegen.“ (Hélène Cixous).


Alain Badiou
Für eine Politik des Gemeinwohls
Im Gespräch mit Peter Engelmann
Aus dem Französischen von Martin Born
88 S., br., € 12,00
978-3-7092-0247-0
Im sechsten Band der Reihe Passagen Gespräche setzen Alain Badiou und Peter Enge/mann auf kontoverse Weise ihre 2012 begonnene Diskussion über die Idee des Kommunismus, ihre Potenziale und Gefahren sowie ihre Bedeutung für die drängenden politischen Fragen der Gegenwart fort. War der erste Band der Reihe Passagen Gespräche den philosophischen Grundlagen der kommunistischen Hypothese Badious gewidmet, so nimmt dieser Band nun konkret Bezug auf die aktuelle politische Weltlage. Dabei wird die Gültigkeit und Anwendbarkeit von Badious Thesen angesichts von Problemen wie Migration, islamistischem Terrorismus und dem wiederauflebenden Nationalismus in Europa auf die Probe gestellt. Im Streitgespräch legt Badiou seine Überzeugung dar, dass die politischen Herausforderungen unserer Zeit nur mithilfe einer solidarischen Überbrückung jener Gräben gemeistert werden können, die die verschiedenen Nationen und Klassen heute schärfer denn je von einander trennen. Nur eine Politik, die sich als Politik aller Menschen versteht und nicht im Namen der Interessen einer Einzelgruppe agiert - sei es nun einer Nation, Religion oder Wertegemeinschaft -‚ kann die Welt aus der aktuellen Krise des global isierten Kapitalismus herausführen. VIDEO: Peter Engelmann im Gespräch mit dem französischen Philosophen Alain Badiou

Alain Badiou
Lob der Mathematik
112 S., br., € 14,90
978-3-7092-0284-5
Wozu ein Lob der Mathematik schreiben, wenn man, wie Alain Badiou, der Auffassung ist, jede Philosophie müsse in erster Linie Metaphysik des Glücks sein, denn andernfalls sei sie nicht eine Stunde unserer Bemühungen wert? Welche Verbindung kann zwischen Mathematik und Glück bestehen?

Gregor Eichinger
Funktion.Emotion
Das Unsagbare in der Architektur
64 S., br., € 14,00
978-3-7092-0280-7
1.) Architektur wird emotional geboren und emotional konsumiert.
2.) Das Instrument bist du selbst, was dich zum klingen bringt sind: die Menschen, die Räume, die Stadt. Alles was dich berührt und alles was du berühren kannst.
Wir wollen die Kernfragen beantwortet wissen: Wer bin ich? Wieso heiße ich so? Wo geht's zu den Toiletten? Das alles muss sich in der Benutzeroberfläche der Architektur wiederspiegeln. Vergangene Räume zeigen uns, dass Architektur das kann. Wenn wir uns das bewusst machen, erkennen wir die Dimension des Schadens, der stattgefunden hat. Wir finden den emotionalen Inhalt der Benutzeroberfläche in der Ornamentik, in einer Lust an der Vielfalt von Stoffen und Webarten und allen Arten von Dingen, die Bilder erzeugen können. Durch Reliefausbildung wird nun die schattenspendende dritte Dimension in die Oberfläche gebracht. Duch sie bekommt die Benutzeroberfläche real physisch und auf der geistigen Ebene Tiefe. Die maschinell hergestellten und oft vorfabrizierten Oberfläche sind aber meist glatt wie ein Ei in ein Tragwerk hineingelegt. Der Architekt kümmert sich um die Maximierung der Kubatur und um die Gestaltung der Fassade und dann kommt die Einrichtungshenne und legt ihr Ei.

Hélène Cixous:
Das Lachen der Medusa
zusammen mit aktuellen Beiträgen
2., durchgesehene Aufl.
200 S., br., € 23,90
978-3-7092-0276-0
„Das Lachen der Medusa“, 1975 auf Französisch erschienen, zählt zu den Schlüsseltexten der feministischen Theorie und ist ein widerständiges, vitales und provokantes Bekenntnis zum politischen Akt des Schreibens im Ausgang vom weiblichen Begehren. Damit liefert der Text einen wichtigen Kontrast zu jenen zahlreichen feministischen Wortmeldungen der 1970er-Jahre, die einem typisierenden Opfergestus der Frau huldigen. Der Sammelband prä- sentiert, nunmehr in zweiter Auflage, die deutsche Erstübersetzung dieses ausschlaggebenden Essays Hélène Cixous’ zusammen mit aktuellen Beiträgen von Ulrike Oudée Dünkelsbühler, Esther Hutfless, Eva Laquièze-Waniek, Sandra Manhartseder, Elissa Marder, Gertrude Postl, Claudia Simma und Silvia Stoller. Ein aktuelles Interview mit Hélène Cixous, geführt von Elisabeth Schäfer, kontextualisiert „Das Lachen der Medusa“ und erleichtert den Zugang.

Jacques Derrida
Vergeben
Das Nichtvergebbare und das Unverjährbare
80 S., br., € 11,00
978-3-7092-0286-9
In seinen weltweit gehörten Reflexionen zum Vergeben arbeitet Jacques Derrida die „aporetische Logik“ der Vergebung heraus.
Sie muss, wenn es sie denn gibt, das Unmögliche tun.

Jacques Derrida
Préjugés
Vor dem Gesetz
5., durchgesehehne Auflage
112 S., br., € 14,90
978-3-7092-0287-6
Ausgehend von der Frage nach dem Urteilen und dem Verweisungsspiel des unübersetzbaren Titels Préjugés
unternimmt Derrida eine philosophierende Lektüre von Kafkas Erzählung „Vor dem Gesetz“.

Richard Rorty
Hoffnung statt Erkenntnis
Eine Einführung in die pragmatische Philosophie
3., durchgesehene Auflag
104 S., br., € 13,00
978-3-7092-0273-9
Der Band versammelt drei Vorlesungen, die Richard Rorty 1993 am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien gehalten hat. Rorty entwickelt darin eine gleichermaßen eigenständige wie schlüssige Darstellung des Pragmatismus. Passagen Philosophie Rorty In seinem Vorlesungszyklus liefert Richard Rorty einen Brückenschlag zwischen dem klassischen Pragmatismus Peirce’- scher Prägung und den Theorien jüngerer Autoren – etwa Quines, Putnams und Davidsons. Dabei deutet Rorty den Pragmatismus als das philosophische Bemühen, unsere moralischen Auffassungen mit der Weltsicht der Biologie Darwins zu versöhnen, und zieht Parallelen zu Kants Versuch, die neuzeitliche deterministische Naturauffassung mit der Freiheit vernünftiger Wesen in Einklang zu bringen. Mit seiner Neuinterpretation schlägt Rorty vor, uns von der Vorstellung einer inneren Natur der Wirklichkeit zu verabschieden und an die Stelle des klassischen Wahrheitsanspruchs die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu setzen.
Richard Rorty (1931–2007) lehrte Philosophie am Wellesley College, Princeton University, University of Virginia und an der Stanford University.


Cynthia Fleury
Die Unersetzbaren
184 S., br., € 23,90
978-3-7092-0290-6
Die Psychoanalytikerin und Philosophin Cynthia Fleury zeigt in ihrem streitbaren Essay, wie die Unersetzbarkeit im Zentrum
nicht nur von Subjektivierung und Individuation, sondern auch der Festigung des Rechtsstaats und der Demokratie steht. 

Gianni Vattimo
Jenseits vom Subjekt
Nietzsche, Heidegger und die Hermeneutik
3., durchgesehene Auflag
148 S., Br., € 16,90
978-3-7092-0272-2
Das Misstrauen gegenüber traditionellen Begriffen wie Subjekt, Sein und Wahrheit darf, so Gianni Vattimo, nicht ohne Auswirkungen für die Hermeneutik bleiben.
Einem an der Präsenz orientierten Denken setzt Vattimo daher sein Konzept einer „schwachen Metaphysik“ entgegen.

Geoffroy de Lagasnerie
Michel Foucaults letzte Lektion
Über Neoliberalismus, Theorie und Politik
152 S., br., € 21,00
978-3-7092-0291-3
War Foucault gegen Ende seines Lebens tatsächlich ein Anhänger des Neoliberalismus? Geoffroy de Lagasnerie widerlegt diese allgemein verbreitete Auffassung in einer ebenso spannenden wie aufschlussreichen Lektüre umstrittener Texte Foucaults, in der er aufzeigt, wie Foucault den Neoliberalismus als Instrument der Kritik strategisch einsetzt, ohne sich seiner Lehre zu verschreiben. Ab den frühen 1970er-Jahren befasst sich Michel Foucault in zahlreichen Texten, die zu den umstrittensten seines Werkes gehören, mit dem Neoliberalismus. Geoffroy de Lagasnerie wendet sich gegen die gängige Rezeption, die diese Auseinandersetzung als Zeichen dafür nimmt, dass Foucault sich gegen Ende seines Lebens dem Neoliberalismus angeschlossen habe. Die Strömung weder völlig ablehnend noch sich ihr einfach unterwerfend, nutze Foucault den Neoliberalismus als ein Mittel, um die Grenzen der politischen Philosophie, der Theorie des Gesellschaftsvertrags, der Rechtstheorien, des Marxismus und der Psychologie aufzuzeigen. Foucault geht es darum, mittels einer Neuinterpretation des Neoliberalismus eine historisch wirksame Fähigkeit zum Ungehorsam zu entwickeln. Hierbei wirft Geoffroy de Lagasnerie die Fragen auf, mit welchem Mitteln im Zeitalter des Neoliberalismus eine Philosophie der Emanzipation erarbeitet werden kann und welches die Bedingungen der Kritik dieser Gouvernementalität sind. Damit geht er auf ganz neue Weise an Themen heran, die im Brennpunkt der zeitgenössischen Diskussionen auf internationaler Ebene stehen..


Laurent Alexandre /Jean-Michel Besnier
Können Roboter Liebe machen?
Transhumanismus in 12 Fragen
128 S., Br., € 16,90
978-3-7092-0281-4
Was wäre, wenn man den Tod überwinden oder Lebensformen mithilfe der Gentechnik nach Belieben ‚designen‘ könnte? Oder wenn die Überlegenheit der künstlichen Intelligenz die Menschen dazu zwingen würde, ihre intellektuellen Fähigkeiten zu modifizieren, damit sie im Wettbewerb mit den Maschinen Schritt halten können? Ob die technischen Revolutionen, die der sogenannte Transhumanismus prophezeit, einen Fluch oder einen Segen für die Menschheit bedeuten, diskutieren der französische Mediziner Laurant Alexandre und der französische Philosoph Jean-Michel Besnier in Können Roboter Liebe machen?. Dabei wird deutlich, dass es sich beim Thema Transhumanismus keineswegs um Science-Fiction handelt, sondern um gesellschaftlich und politisch hochrelevante Fragen; denn Einfluss auf diese Entwicklungen zu nehmen, die zum Teil bereits im Begriff sind, sich zu vollziehen, erscheint heute, wo es der Politik immer schwerer fällt, transnational agierende Unternehmen zu kontrollieren, besonders schwierig. Umso wichtiger ist es den Autoren, die durch ihre kritische Auseinandersetzung einen differenzierten Einblick in die Transhumanismus-Debatte ermöglichen, das Thema beizeiten ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.


Peter Eisenman
Aura und Exzess
Zur Überwindung der Metaphysik der Architektur.
Essays und Gespräche 1976–1994
Herausgegeben Ullrich Schwarz
Übersetzt und bearbeitet von Ullrich Schwarz und Martina Kögl
2., durchgesehene Auflage.
384 S., Br., € 40,00
978-3-85165-987-0
Der amerikanische Architekt und Architekturtheoretiker Peter Eisenman entwickelt eine „Architektur des Ereignisses und des Exzesses“, die sich in unplanbarer Singularität selbst entfaltet. Benjamin modifizierend, versteht Eisenman die Erfahrung des Singulären als Aura – im Sinne Derridas als Präsenz der Absenz. Peter Eisenman ist nicht nur einer der provozierendsten Architekten der Gegenwart, er gehört darüber hinaus bereits seit den 70er Jahren zu den international führenden Architekturtheoretikern. Ausgehend von Foucaults Grundthese der Dezentrierung des Subjekts und Derridas Kritik der Präsenz, arbeitet Eisenman an einer Überwindung der Metaphysik in der Architektur, welche ihm zufolge nur einen stilistischen, jedoch keinen konzeptionellen Begriff der Moderne hervorgebracht hat. Angeregt durch neue Ansätze in den Naturwissenschaften, entwickelt Eisenman eine Architektur, die keinem platonischen Diskurs folgt, sondern sich selbstorganisierend entfaltet. Die unplanbare Singularität dieser Entfaltung nennt er eine „Architektur des Ereignisses und des Exzesses“. Die Erfahrung des Singulären versteht Eisenman im Sinne Walter Benjamins als Aura. In seiner Rezeption von Jacques Derrida stellt sich diese als Präsenz der Absenz dar. In diesem Band werden Eisenmans wichtigste theoretische Texte aus zwei Jahrzehnten gesammelt vorgelegt. 

Andrea Günter
Wertekulturen, Fundamentalismus und Autorität
Zur Ethik des Politischen
202 S., Br., € 22,00
978-3-7092-0278-4
Gegen das Erstarken autoritärer Politik wird derzeit gerne die Verteidigung westlicher Werte beschworen. Muss in postmodernen Zeiten das Verhältnis von Moral und Politik aber nicht viel grundsätzlicher überdacht werden? Im Hinblick auf eine „Ethik des Politischen“ gilt es, das Phänomen Autorität als Veränderung leitendes Moment zu rekonstruieren: Autorität kann nicht auf Autoritäres reduziert werden. Eine solche Identifizierung ist unterkomplex. Sie führt zu einem falschen Verständnis des Verhältnisses von Moral und Politik, letzlich der Demokratie. Autorität würde derart zu deren Gegensatz. Demokratie aber ist mehr als ein formalistisches Alle-(be)stimmen-gleichberechtigt. Sie beruht immer auch auf einem Streben nach Gerechtigkeit und gerechteren Verhältnissen sowie auf einem Sprechen-in-erster-Person, das wiederum auf der persönlich reifen, also ethisch-politisch fundierten Urteilskraft des Einzelnen fußt. Vor dem Hintergrund einer solchen Präzisierung des Verhältnisses von Moral und Politik können einerseits fundamentalistisch-autoritäre und autoritativ-demokratische Wertekulturen unterschieden und andererseits wesentliche Aspekte des Fundamentalismus, des Tyrannischen und Bösen neu ausgeleuchtet werden. Derart wird ein Verständnis des Politischen etabliert, das ein an Gerechtigkeit orientiertes autoritatives Zusammenwirken von Individualität und Pluralität für die Gestaltung der Zukunft von Welt und Menschheit fassbar werden lässt.

Hélène Cixous
Osnabrück
184 S., br., € 23,90
978-3-7092-0250-0
„Es geht um das Leben meiner Mutter, in Wahrheit, ums Leben, zu leben, von ihrem Überleben zu leben und sogar, was noch mehr ist, um ihr Überleben, ihre Weisen, sich selbst zu überleben und die Zeit." Cixous erkundet erstmals die facettenreiche Persönlichkeit ihrer Mutter, die in vielen ihrer nachfolgenden Werke einen wichtigen Platz einnimmt und deren Geburtsort Osnabrück, Stadt des westfälischen Friedens, dem Band seinen Namen leiht. „Vor langer Zeit bereits ist dieses Buch aufgebrochen, Monate, Straßen, lang wie Nächte in fremden Ländern, ohne Züge, Städte in allen Größen, seit ein oder zwei Jahren durchwandert es das Mysterium der Zeiten auf den vier Kontinenten, die die Geschichte meiner Mutter tragen und sie gleichermaßen interessieren. [...] Doch bald schon entdeckte ich, dass es ein Kampf werden würde, dies Buch gegen sich selbst, und genauer noch ein Kampf meiner Mutter gegen meine Mutter, ich präzisiere: von Maman gegen meine Mutter und noch genauer ein in meiner Mutter selbst geführter Kampf, der sich über die ganze Erde hin erstreckte - die Erde, die sie ist —, zwischen Maman, meiner Mutter, Eve, unserer Mutter, Eva, Eva Klein der Verlobten meines Vaters, und Eve Cixous Hebamme, ein unausgesetzter Kampf so lebensnotwendig und stetig wie Herzschlag und Atem."


Tom Schoper
Ein Haus: Werk - Ding - Zeug?
Gespräche mit Gion A. Caminada, Hermann Czech, Tom Emerson, Hans Kollhoff, Valerio Olgiati
2: ÜBERARBEITETE AUFLAGE
184 S., zahlr. Abb., br., € 21,90
978-3-7092-0266-1
Was ist ein Werk in der Architektur und wie unterscheidet es sich vom alltäglichen Bauen? In persönlichen Gesprächen mit fünf international erfolgreichen und einflussreichen Architekten sucht Tom Schoper eine zeitgemäße Antwort auf diese Fragen.In seinen Gesprächen über das Wesen des Werkes in der Architektur fragt Tom Schoper, was das architektonische Werk heute sein kann, was seine Bedeutung ausmacht und weshalb die Architekten mit jeder Aufgabe erneut nach dem Werk streben. Dabei wirft der Autor einen Gegenblick auf Martin Heideggers Thesen zum Ursprung des Kunstwerkes, die das Werk vom dienenden Zeug und vom autonomen Ding unterscheiden. Die Aufzeichnungen dieser Gespräche zeigen, dass trotz der Differenzen der befragten Architekten in Generation und Herkunft die Arbeit an der Disziplin der Architektur immer als eine Auseinan­dersetzung zwischen Idee, Geschichte, Erfahrung und Ästhetik zu verstehen ist. Diese Auseinandersetzung ist es, die zum Wesen der Architektur führt. Tom Schoper, geboren 1967 in München, ist Architekt in Dresden und lehrt an  der Fakultät Architektur der TU Dresden. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im  Bereich der Wechselwirkung von Architektur, bildender Kunst und Philosophie.

Robert Fleck
Das Atelier im 21. Jahrhundert
106 S., br., € 14,30
978-3-7092-0204-3
Das Atelier des Künstlers ist ein Mythos und zugleich ein konkreter Ort. Durch seine hochgradige Individualisierung stellt es in der Arbeitswelt der postindustriellen Wirtschaftsgesellschaft einen utopischen Gegensatz zur Normierung der Arbeitsplätze dar. Das Buch untersucht die Geschichte und den Strukturwandel des Ateliers vom Anfang des 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Als Grundlage dient dem Autor nicht zuletzt seine langjährige Recherchearbeit durch Atelierbesuche bei Künstler aller heute tätigen Generationen. Wie verhalten sich die zeitgenössischen Bildtechniken und die kollektiven Arbeitsformen der Künstler zum individuellen Künstleratelier? Welche Rolle behält das Atelier als ein exemplarischer Ort der Nichtöffentlichkeit angesichts der zunehmenden Vernetzung mit dem öffentlichen Raum und seinen medialen Repräsentationen? Das Atelier erscheint als eine in jedem Fall singuläre "Kriegsmaschine" im Sinne vom Deleuze und Guattari, von der ausgehend eine künstlerische Arbeit ihre "alterité", die radikale Andersartigkeit in der Welt der Gegenwart auszubilden vermag. Robert Fleck, 1957 in Wien geboren, seit 1981 in Paris, studierte unter anderem bei Gilles Deleuze und Michel Foucault. Von 2000-2012 leitete er die Kunsthochschule von Nantes, die Deichtorhallen Hamburg und die Bundeskunsthalle in Bonn. Heute ist er Professor für Kunst und Öffentlichkeit an der Kunstakademie Düsseldorf.

Catherine Millot
Ein Leben mit Lacan
Aus dem Französischen von Richard Steurer-Boulard
120 S., br., €15,90
978-3-7092-0262-3
Catherine Millot ist um die dreißig, als sie den siebzigjährigen Lacan kennen und lieben lernt. Von Anfang an ist ihre Beziehung von Reisen geprägt: nach Rom, Venedig, Barcelona, Budapest, Beirut, Tirana, London, zu den Kongressen und Vorträgen Lacans. Er hetzt durch sämtliche Museen und Kirchen, Auto fährt er nur mit Höchstgeschwindigkeit, er missachtet rote Ampeln und überholt am Pannenstreifen die im Stau steckenden Autos. Beim Skifahren gibt es nur Schussfahrten. Er geht nur in Restaurants, in denen man ihn kennt und nicht warten lässt. Millot fasziniert vor allem die Intensität, die die Persönlichkeit Lacans auszeichnet, sein Begehren, das sich direkt zu äußern scheint und sofortige Erfüllung verlangt, aber auch die äußerste Konzentration, zu der er fähig ist und die zu stundenlanger Bewegungslosigkeit beim Arbeiten führt. Millot zeigt uns den späten Lacan in intimen und alltäglichen Lebenslagen, in seinem Landhaus beispielsweise, wo Courbets Ursprung der Welt im Atelier an der Wand hängt, wo er bei jedem Wetter täglich im Pool schwimmt und endlos mit dem Borromäischen Knoten spielt, der die Verschlungenheit von Imaginärem, Symbolischem und Realem versinnbildlicht.

Jacques Derrida
Das Tier und der Souverän II
Seminar 2002-2003
456 S., br., € 58,00
978-3-7092-0227-2
Der Band umfasst das zweite Studienjahr des Seminars Das Tier und der Souverän, Derridas letztes Seminar (von Herbst 2001 bis Frühjahr 2003 an der Ècole des Hautes Ètudes en Sciences Sociales in Paris). Strukturiert wird es in so origineller wie fruchtbarer Weise durch „zwei miteinander verbundene, bald parallele, bald sich überkreuzende Lektüren": Gleichsam im Kreuzverhör zwischen Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe (1719) und Heideggers Vorlesung Die Grundbegriffe der Metaphysik (1929-1930)entwickelt Derrida seine Gedanken zur „Souveränität".
Neben einem Durchgang durch diverse historische Lektüren des Robinson Crusoe (von Rousseau, Kant, Marx, Joyce, Woolf, Lacan, Deleuze u. a.) stehen minutiöse Untersuchungen im Fokus - zu so heterogenen Begriffen wie „Einsamkeit", „Insel", „Welt", „Kreis /Zirkel, „Ding", „Gebet", aber auch zum „Phantasma des Lebendig-Toten" oder zur „souveränen" Entscheidung zwischen Erd- und Feuerbestattung. Derridas Überlegungen zur „Souveränität" knüpfen dabei an Heideggers Gebrauch des Wortes „Walten" an, das in all seiner „Unübersetzbarkeit" reflektiert und mit der Frage nach dem „Eigenen des Menschen" und dem Tier verbunden wird. Das Tier und der Souverän I (2001-2002) (978-3-7092-0134-3)


Islamische Feminismen
Herausgegeben von Zahra Ali
2., durchgesehene Auflage
218 S., br., € 22,50
978-3-7092-0263-0
Was in diesem Buch gezeigt wird, ist auserhalb der islamischen Welt kaum bekannt: dass auch in Landern, deren vorherrschende Religion der Islam ist, glaubige Frauen fur Gleichberechtigung kampfen, ihre heiligen Schriften gegen das Patriarchat wenden und sich gegen politische und religiose Autoritaten erheben, die die Rechte der Frauen zu beschranken versuchen. Von Ägypten bis in den Iran, von Marokko bis nach Syrien, in Frankreich, den USA und in Malaysia engagieren sich Forscherinnen, Intellektuelle und Aktivistinnen für einen feministischen Ansatz im Rahmen der muslimischen Theologie. Zahra Ali macht ihre Stimmen horbar und eroffnet auf dieses Weise zugleich eine Moglichkeit, den hegemonialen Feminismus zu entkolonialisieren. 
Braun, Johanna

All-American-Gothic Girl
Das Gerechtigkeitseinfordernde Mädchen in US-amerikanischen Erzählugen
200 S., br., € 22,00
978-3-7092-0248-7
Dieses künstlerisch-philosophische Bilder- und Textbuch untersucht die Figur des heimsuchenden Mädchens in US-amerikanischen Erzählungen als bedeutendes aktuelles Phänomen, das auf einen weitreichenden historischen Unterbau verweist und dabei die Bezugnahme auf gegenwärtige Rechtsdiskurse ermöglicht. Das hysterische Mädchen, das um die Jahrhundertwende in Wien als Star gefeiert wurde, erscheint nun 100 Jahre später in unübersehbarer Anzahl als Recht und Gerechtigkeit einfordernde Figur in US-amerikanischen Literatur-, Film- und Fernsehproduktionen. Diese Mädchen, die sich obsessiv für Recht und Ordnung einsetzen, bilden den Fokus des künstlerischen und wissenschaftlichen Schaffens Johanna Brauns. Braun versteht diese Mädchen, die besonders das Moment der Heimsuchung für ihre juristischen Anliegen nutzen, als politisch motivierte Akteurinnen und untersucht deren Darstellungen in ihren jeweiligen historischen und juristischen Kontexten. Dabei verwebt die Autorin ihre wissenschaftlichen und künstlerischen Forschungen zu einem künstlerisch-philosophischen Bilder- und Textbuch.
François Caillat

Foucault gegen Foucault
Mit Beiträgen von Geoffroy de Lagasnerie, Arlette Farge, Leo Bersani und Georges Didi-Huberman
144 S., br., € 18,90
978-3-7092-0260-9
Michel Foucault überdachte in dem Maße, wie sein Werk wuchs, seine Vorgangsweise und Problemstellungen und brach immer wieder von Neuem mit seinen eigenen Paradigmen und Konzepten. Könnte man sein Werk also vielleicht als eine Abfolge von Brüchen und unerwarteten Wendungen sehen? Foucault beteiligte sich an politischen Bewegungen, die er in der Folge in Frage stellte. Er behauptete von sich, „Strukturalist“ zu sein, nur um dies wenig später wieder zu verneinen. Er machte sich bisweilen über seine eigenen Werke lustig und nahm mit jeder neuen Arbeit eine Gegenposition zu sich selbst ein. Damit in Einklang steht auch seine Erklärung zur Frage, was es heißt, kreativ zu sein: Schöpferische Arbeit war für ihn untrennbar mit dem Willen verbunden, sich von sich selbst zu distanzieren. Welchen Platz nimmt der Bruch in der philosophischen Arbeit Foucaults, in seinem Verhältnis zu politischen Bewegungen oder in seinem Leben ein? Inwiefern stellt der Bruch eine zentrale Analysekategorie dar, die hilft, das Werk Foucaults zu erfassen, und, darüber hinaus, das Kräftefeld des Denkens und emanzipatorische Wege der Politik immer wieder aufs Neue zu denken? François Caillat ist Cineast, Autor und Regisseur zahlreicher dokumentarischer Kino- und Fernsehfilme.
François Furet

Inventare des Kommunismus
96 S., br., € 14,90
978-3-7092-0261-6
François Furet, der große Historiograf der Französischen Revolution, entwirft in dieser 1996 aufgezeichneten Stellungnahme ein facettenreiches Bild des Kommunismus im 20. Jahrhundert und fragt nach der Zukunft politischer Kategorien wie Staat, Gleichheit und Demokratie. Im Frühling 1996 führte François Furet ein Gespräch mit dem Philosophen Paul Ricśur, in dem die beiden die Leitmotive des epochalen Werkes Furets über die Geschichte des Kommunismus, Das Ende der Illusion, das kurz zuvor erschienen war, rekapitulieren: die Lügen und Illusionen des Kommunismus, den Vergleich der totalitären Systeme sowjetischer Kommunismus und Nationalsozialismus, den Einfluss der Sowjetunion auf Intellektuelle im Ostblock und im Westen, die Zukunft der Utopie und der Demokratie. Das aufgezeichnete und transkribierte Gespräch wurde (ohne Paul Ricśurs Äußerungen) in einen zusammenhängenden Text überführt, dabei wurden jene Ergänzungen, Belege und Ausführungen berücksichtigt, die Furet nachträglich in die Transkription eingefügt hatte. So entstand ein Text, der nicht nur Furets politisches und historiografisches Testament darstellt, sondern auch einen wichtigen Anhaltspunkt für künftige Reflexionen der kommunistischen Idee bietet. François Furet (1927–1997) war Historiker und von 1977 bis 1985 Präsident der École des Hautes Études en Sciences Sociales. Furets Arbeiten zur Französischen Revolution gelten als Grundlagenwerke.
Der Sand aus den Uhren
120 S., br., € 15,90
978-3-7092-0255-5
Die Bildlosigkeit angesichts des Unabbildbaren schreibt die Demut vor den Toten vor, Sprachlosigkeit angesichts des Unbesprechbaren aber würde sie verraten. Wenn aber auch der Versuch zu Sprechen misslingt, bleibt als Äußerstes noch das zu tun: auf das Schweigen aufmerksam zu machen. Der Band liefert neue Texte über die Möglichkeiten der Produktion von Kunst nach Auschwitz. Post War, Postmoderne, Contemporary, Postcontemporary: Der Kunstbegriff hat sich seit Adornos berühmtem Diktum, nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben sei barbarisch, entscheidend gewandelt. Ist es gelungen, zu einem legitimen künstlerischen Ausdruck zu finden oder sich mit dem Scheitern dieses Versuchs zu versöhnen? Wie steht es um das Verhältnis von Ästhetik, Theoretischer Praxis und Politik? Wie ist mit dem Zeugnis der Überlebenden umzugehen? Wie kann adäquat auf semiotische Verschiebungen in der Sprache durch die Geschichte als Agens hingewiesen werden? Diese Untersuchung ist Teil des interdisziplinären Projekts „Der Sand aus den Uhren“, welches diesen Fragen auch in den Sprachen der Bildenden Kunst, der Lyrik und der Musik nachgeht. Mit Beiträgen von Eva Geulen, Benedikt Ledebur, Benjamin A. Kaufmann und Gerhard Scheit.
Ingold, Felix Philipp

Todeskonzepte der russischen Moderne
Von Tolstoj bis Lenin
720 S., br., € 79,00
978-3-7092-0254-8
Zum hundertsten Jahrestag der Russischen Revolution erscheint die vorliegende Monografie, die darauf angelegt ist, die Todeskonzepte der russischen Moderne - das Denken des Todes in der gesamten Bandbreite seiner Erscheinungsformen - in umfassender Weise aufzuarbeiten. Dabei wird eine Vielzahl von aus der Verstreuung beigebrachten Materialien erstmals in deutscher Übersetzung zugänglich gemacht: Die historisch-kritische Abhandlung gewinnt somit den Charakter eines epochalen, ausführlich kommentierenden Grundlagenwerkes.
Mit stetiger Bezugnahme auf den zeitgeschichtlichen Kontext werden publizistische, philosophische und literarische Texte sowie politische und private Dokumente aus der Zeit zwischen 1890 und 1930 gesichtet, um das thanatologische Denken der russichen Moderne zu synthetisieren, dabei aber auch dessen Besonderheiten und Widersprüche herauszustellen. Als „Todeskonzepte“ werden nicht nur unterschiedliche Einstellungen zum individuellen Sterben festgehalten, sondern auch weithin diskutierte Topoi wie das Ende der Geschichte, der Untergang des Abendlands und des Russentums, die christliche Apokalyptik, die zivilisatorische Dekadenz und Entartung, der Traditionsbruch und der Innovationsanspruch der Künste. Es mag vom Untergang, vom Ende oder vom Tod die Rede sein - stets bleibt daran das Interesse gekoppelt, ob und wie es danach weitergeht.


Fotini Ladaki
Zeus' Avatare
96 S., br., € 11,90
978-3-7092-0206-7
Das Phrontisterionist als schulisches Parallelsystem Griechenlands Zauberwort und Fluch zugleich geworden. Als Symbol und Platzhalter für den fehlenden Souverän hat es sich in das politische und soziale Leben eingeschlichen und dort als geisterhafter Avatar der Macht installiert.Haben die Souveräne Griechenlands Angst davor, ermordet und erschlagen zu werden, wie Freud in seinem Werk Totem und Tabu geschildert hat? Stellen sie deswegen mit dem Phrontisterioneinen Avatar als Repräsentanten der symbolischen Ordnung an ihre Stelle und an die des Anderen? In Form dieses Avatars rückt der Souverän gleichsam wie ein Geist seinen Mitmenschen, den Wählern, auf den Pelz. Damit kommt es zu einer Verschmelzung und Aufhebung von Differenzen, und die symbolische Ordnung gerät in Gefahr. Könnte sich auch die Ödipus­Sage gar nicht in Griechenland zu­getragen haben, sondern in Ägypten, wie Immanuel Velikovsky in seinem Werk Ödipus und Echnatonbehauptet? Immerhin hat es in Griechenland nie eine Sphinx gegeben, sondern nur Satyrn mit falschen  Lyren.  Schließlich  kommt  auch  noch  der  hundsköpfige Christophorus aus der orthodoxen Ikonographie ins Spiel, der Jesus in sich und nicht auf sich trägt. Er soll als Assoziation für einen Satz von J. Lacan – „Das sprechende Wesen ist ein krankes Tier“ – herhalten und für die Macht der Sprache als Logos plädieren: sie kann vernichten und zum Märtyrer machen. Fotini Ladaki, geboren 1952 in Griechenland, ist Psychoanalytikerin und freie Autorin.

Tore Langholz
Das Problem des "immer schon" in Derridas Schriftphilosophie
288 S., Br., € 32,00
978-3-7092-0232-6
Das Buch richtet den Blick auf die zahllosen immer schon in Derridas Grammatologie. Dadurch wird die Strategie der Schrifttheorie ihrer eigenen Initialisierung unterstellt. Auf dem vom immer schon abgesteckten Zickzackparcours durch die abendländische Metaphysikgeschichte wird das Kalkül der grammatologischen Begründungspraxis gegen sich selbst in Stellung gebracht. Das Experiment ist riskant, verführt das immer schon doch zu einem Vergleich der grammatologischen Ursprungsgenese mit jener in der jüdischen Schrifttradition. Eine beiläufige Bemerkung Derridas über Moses Mendelssohn ermöglicht das Auslesen einer Spur, die hinter die Grenzposten der griechischen Philosophie führt. Dabei treten bemerkenswerte Analogien zwischen dem Schriftbegriff Derridas und in dem jüdischen Schrifttradition hervor: das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie die in dieser Relation zum Tragen kommende Vorstellung einer Schrift, die älter ist als die Schrift selbst - einer Schrift.

Alain Badiou
Auf der Suche nach dem verlorenen Realen
72 S., br., € 9,90
978-3-7092-0222-7
Die Behauptung unumgänglicher ökonomischer Zwänge ist in unserer kapitalistischen Wirklichkeit allgegenwärtig, konstatiert Alain Badiou. Er bricht auf zu einer Suche nach dem emanzipativen Potenzial dieses Realen, das er auf drei unterschiedlichen und einander ergänzenden Denkwegen, für die die Namen Molière, Lacan und Pasolini stehen, umkreist. Auf seiner Suche begleiten Badiou drei prominente Denker: Molière als „Eingebildeter Kranker“ zeigt ihm die Dialektik von Schein und Wirklichkeit sowie die Querverbindungen zwischen Theater und Demokratie. Jacques Lacan wird, ausgehend von seiner Definition des Realen als „Unweg der Formalisierung“, nach dem Verhältnis von Mathematik und Politik befragt. Schließlich macht Badiou sich Pier Paolo Pasolini mit dessen Gedicht „Gramscis Asche“ zum Komplizen, indem er den Begriff des Realen mit dem der Geschichte verknüpft, um – gegen das proklamierte „Ende der Geschichte“ – die Möglichkeit eines „Realen der Geschichte“ und damit einer emanzipativen Bewegung auszuloten. Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris 

Alain Badiou, Marcel Gauchet
Was tun?
Dialog über den Kommunismus, den Kapitalismus und die Zukunft der Demokratie
168 S., br.,  € 19,80
978-3-7092-0223-4
In einem spannenden Dialog treffen Alain Badiou, Galionsfigur der radikalen Linken und Hauptverteidiger der kommunistischen Idee, und Marcel Gauchet, eminenter Vertreter des Antitotalitarismus und Verteidiger der liberalen Demokratie, aufeinander, um über Kommunismus, Kapitalismus und die Zukunft der Demokratie zu streiten.
Man dachte, dass der Kommunismus mit dem Fall der Berliner Mauer definitiv zusammengebrochen sei und dass die liberale Demokratie das Spiel gewonnen habe. Mit der beispiellosen Krise, die wir durchmachen, ordnet sich nun das Feld der Möglichkeiten neu an. Ist die Demokratie unrettbar vom Kapitalismus gefangen oder kann sie sich neu erfinden, um Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung zu formulieren? In dem vorliegenden, bisher unveröffentlichten Dialog diskutieren Alain Badiou, einer der wichtigsten Vertreter der radikalen Linken und Hauptverteidiger der Idee des Kommunismus, und Marcel Gauchet, Kämpfer für eine liberale Demokratie, über ihre verschiedenen Gesellschaftsentwürfe. Gemeinsam ziehen sie Bilanz aus der Geschichte und konfrontieren ihre jeweiligen Projekte: einerseits die Erneuerung der „kommunistischen Hypothese“, andererseits die tiefgreifende Reform eines in Frage gestellten demokratischen Modells. Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris. Marcel Gauchet, geboren 1946 in Poilley, Frankreich, ist Philosoph, Historiker und Studienleiter an der École des Hautes Études en Social Sciences


Jean-Luc Nancy, Adèle Van Reeth
Lust
112 S., br., € 14,90
978-3-7092-0234-0
Genießen und Lust haben eine Geschichte. Doch entweder wurde versucht, beides im Namen einer höheren Moral zu verdammen, oder sie wurden, wie im Mai 68, zum Programm erhoben: „Grenzenlos genießen!“ Diese Schrift ist eine philosophische Entdeckung der Lust – ein Begriff, dessen Bedeutung weit über die Sphäre des Sexuellen hinausreicht. Das Streben nach Lust ist eine wichtige Antriebsfeder – sowohl für jeden Einzelnen als auch für die Gesellschaft insgesamt –, und es taucht oft als Topos bei Philosophen, Schriftstellern und Künstlern auf, häufig jedoch, ohne beim Namen genannt zu werden. Worum handelt es sich? Dieses Buch ist weder ein praktischer Ratgeber, wie der Leser besser genießen könne, noch beschränkt es sich auf die ernüchternde Feststellung, dass wir in einer Gesellschaft leben, für die Genießen und Lust gleichbedeutend mit einem Maximum an Gütern und Vergnügungen sind. Der Leser hat vielmehr die Gelegenheit, in die fesselnde Erläuterung einer schwer zu beschreibenden Erfahrung einzutauchen, die zahlreiche spannende philosophische Fragen aufwirft. Jean-Luc Nancy, geboren 1940 in Caudéran, ist emeritierter Professor für Philosophie der Université Marc Bloch in Straßburg. Er hält Gastprofessuren in Berkeley, Berlin, Irvine und San Diego.
Dieses Buch ist das Buch zur Revolution der ökonomischen Rechte - eine Abrechnung mit einem System ohne Zukunft.

Das Kapitalismustribunal ermittelt, was in der Ökonomie nie wieder geschehen darf:

Das Kapitalismustribunal
Zur Revolution der ökonomischen Rechte (Das rote Buch)
Herausgegeben von Haus Bartleby, Anselm Lenz, Alix Fassmann, Hendrik Sodenkamp
160 S., br., € 18,10
978-3-7092-0220-3
Texte von Alain Badiou, Hans-Christian Dany, Lili Fuhr, Ingrid Gilcher-Holtey, David Graeber, Alon Harel, Kira Kirsch, Louis Klein, Ángela Lambea, Volker Lösch, Graeme Maxton, Achille Mbembe, Wolfgang Neskovic, Guillaume Paoli, Angela Richter, Saskia Sassen, Nis-Momme Stockmann, Ilija Trojanow u.a.

Das Kapitalismustribunal konstituiert ein ziviles Gerichtsverfahren über die mutmaßlichen Verbrechen des ökonomischen Systems in Europa und dessen Protagonisten. Die Entwickler und Organisateure sind die Herausgeber vom Berliner "Haus Bartleby". In ihren Originalbeiträgen stellen Teilnehmer und Unterstützer der Wiener Prozesse des Kapitalismustribunal die Disparität von geltendem Recht und der ökonomischen Gegenwart zur Disposition. Dieser Band leistet rechtshistorische, kulturwissenschaftliche und literarische Grundlagenarbeit für den Gedanken der Revolution der ökonomischen Rechte des Menschen. Er bereitet den Durchbruch in die Gestaltbarkeit von Gesetzen und Ökonomie durch die Menschen selbst vor. Dieses Buch kann als epochemachender Ausgangspunkt dieses Prozesses gelesen werden. Das "Haus Bartleby" gründete sich im Jahr 2014 als Zusammenschluss von Akademikern, Arbeitern, Technikern und Autorinnen im "Zentrum für Karriereverweigerung" in Berlin, um als Lobby, Think Tank und Loge an einem neuen Verständnis von Arbeit zu forschen. 2015 erschien ihre erste Anthologie "Sag alles ab!" in der Edition Nautilus, Hamburg. Das Kapitalismustribunal ist ein Projekt des Berliner Haus Bartleby e. V. in Koproduktion mit brut Wien und WERK X und mit Unterstützung u. a. des Club of Rome, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Video: Opening Ceremony am 1. Mai 2016


Slavoj Žižek
Die Metastasen des Genießens
3., durchgesehene Auflage
232 S., Br., € 26,00
 978-3-7092-0238-8
In Auseinandersetzung unter anderem mit den Filmen David Lynchs und unter ständigem Rückgriff auf die Psychoanalyse Lacans spürt Slavoj Žižek den Mechanismen nach, die das Politische und das Erotische unter der Oberfläche ihrer vermeintlichen Gegensätzlichkeit untrennbar miteinander verknüpfen. Žižek verbindet in seiner Analyse die erotische Kategorie des Genießens mit der politischen Kategorie der Gewalt und folgt den Spuren der traumatischen Konflikterfahrung des Genießens vor dem Hintergrund der von Freud attestierten „allgemeinen Erniedrigung des Liebeslebens“. Dabei wird unter anderem deutlich, dass die körperliche Realität politischer Gewalt eines phantasmatischen Hintergrunds bedarf, um wirksam sein zu können, und dass das öffentliche Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft auf dem obszö- nen Genießen des Über-Ich und seinen unerfüllbaren Forderungen ruht. In den Metastasen des Genießens stößt der Leser auf Thesen Žižeks, die sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk ziehen, gleichsam an ihrem Ursprungsort. Slavoj Žižek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker. 

Jean Baudrillard
Das Andere selbst
3., durchgesehene Auflage
88 S., br., € 11,90
978-3-7092-0224-1
In diesem Schlüsselwerk, das die zentralen Thesen seiner Bücher durchmisst, sie korrigiert und wiederbelebt, versetzt sich Jean Baudrillard in die Position eines imaginären Reisenden, der seinen Schriften begegnet wie verschollenen Manuskripten und sich dabei bemüht, die Gesellschaft, die sie beschreiben, in Ermangelung beweiskräftiger Dokumente, wiederauferstehen zu lassen. Diese Schrift gibt einen retrospektiv aufgenommenen Überblick über das Werk Jean Baudrillards und umreißt dabei zentrale Begriffe wie Simulation, Verführung, Transparenz und Obszönität. Seine Sprache verführt die Dinge, reißt sie in den Strudel einer rauschhaften Bewegung, um zu verhindern, dass sie unter der Hülle eines verhärteten Sinns erstarren. Damit simuliert seine Theorie bewusst die Strategien einer Welt der beschleunigten Kommunikation, welche angesichts der obszönen Präsenz der Bilder und der totalen Information zunehmend verödet. In dieser Situation kann adäquate Theorie keine Sinnbildung sein, sondern nur eine „Herausforderung an das Reale“, ein „Blitzstrahl der Verführung, der die polaren Sinnkreisläufe zum Aufschmelzen bringt“. Jean Baudrillard (1929–2007) war Professor für Soziologie an der Universität Paris-Nanterre. 


Mihály Vajda
Meine Gespenster
Biografisch-philosophische Essays zur Zeitgeschichte
Mit einem Vorwort von Péter Esterházy
352 S. Br., € 39,90
978-3-7092-0184-8
Das Leben des ungarischen Philosophen Mihály Vajda, einem direkten Schüler von Georg Lukács, gleicht einer Fahrt in der Gespensterbahn der politischen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Als jüdisches Kind entging er nur knapp der Ermordung durch die faschistischen Pfeilkreuzler in Budapest. Der Repression durch den sozialistischen Staat in Ungarn folgten die Anfeindungen durch das Orban­Regime. In 18 philosophischen Essays lässt Vajda die Gespenster seiner Biografie Revue passieren, die auch die Traumata unserer kollektiven Geschichte sind. Für Vajda muss Philosophie daher mit der individuellen Geschichte und der persönlichen Erfahrung verschränkt sein, wenn sie sich nicht in akademischen Debatten verlieren und gesellschaftlich irrelevant werden will. Mihály Vajda, 1935 in Budapest geboren, zählteEnde der 1950er­Jahre zum engen Kreis um Georg Lukács und erhielt in den 1970er­Jahren als ideologischer Abweichler  Unterrichts­ und  Publikationsverbot.  Nach Gastprofessuren in Deutschland und an der New School for Social Research in New York wird Vajda 1989 offiziell rehabilitiert und später in die ungarische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und war Professor für Philosophie an der Universität Debrecen.


Alain Badiou
Philosophie des wahren Glücks
104 S., br., € 13,90
978-3-7092-0200-5
Alain Badiou hat die heute seltene Fähigkeit, Grundbegriffe unseres Lebens wie Liebe oder Glück auf hohem philosophischen Niveau, aber trotzdem verständlich und zeitgemäß zu erklären. Nach seinem Lob der Liebe, das zum philosophischen Bestseller wurde, folgt jetzt sein Buch Philosophie des wahren Glücks. Die Faszination Badious liegt in seinem philosophisch begründeten Weltbild, mit dem er für viele Menschen Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Realität bietet. Wie die Liebe erklärt Badiou auch das Glück im Rahmen seines kohärenten Weltbildes als Subjektwerdung des Individuums: Die philosophische Grundfrage nach dem Glück ist durch den kapitalistischen Imperativ des Konsums und dessen gesellschaftliche Realität, die Selbstgenügsamkeit, ausgeblendet worden. Einer Metaphysik bleibt dadurch der Weg versperrt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, zeichnet Badiou die Subjektivierung als wesentlichen Prozess der Rekonstruktion einer Kategorie des Absoluten in vier Bereichen nach: die politische Emanzipation, die künstlerische Kreation, die wissenschaftliche Invention und die Alteration in der Liebe. Es geht Badiou um eine Teilhabe des Individuums am Absoluten (an den Wahrheiten), mithin um das Glück jedes Einzelnen.


Alain Badiou, Slavoj Žižek
Philosophie und Aktualität
Ein Streitgespräch
3., durchgesehene Auflage
104 S., Br., € 14,90
978-3-7092-0201-2
In seinem Buch Philosophie und Aktualität, der überarbeiten Neuauflage seines berühmten Streitgesprächs mit Slavoj Žižek, verteidigt Alain Badiou seinen Ansatz, dass Philosophie im Namen aller sprechen und Orientierung bieten soll. Slavoj Žižek vertritt dagegen die Auffassung, dass Philosophie in Streitfragen unserer Zeit keine Orientierung bieten, sondern nur Fragen neu stellen kann. Eine spannende Grundsatzdebatte der kontroversesten Philosophen der Gegenwart. Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris. Slavoj Žižek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker.

Jacques Rancière
Politik und Ästhetik
Im Gespräch mit Peter Engelmann
112 S., br., € 14,90
978-3-7092-0142-8
In  dem neuen Band unserer der erfolgreichen Reihe Passagen Gespräche skizziert Jacques Rancière, der die heutige Sicht auf Politik und Ästhetik maßgeblich geprägt hat, die Stationen seiner intellektuellen Biografie und entfaltet die zentralen Begriffe seines Denkens. Für das Verständnis seines Denkens ein unverzichtbares Buch: Ausgehend von seinem Bruch mit dem strukturalistischen Marxismus skizziert Rancière die Entwicklung seines Denkens: Von seinen frühen Studien zur Arbeiteremanzipation bis hin zu seinen jüngeren Untersuchungen zu Literatur, Film und bildender Kunst wird dabei die  durchgängige Verbindung  von  ästhetischen  und  politischen Fragestellungen in seinem Schaffen sichtbar. Gegen die von ihm diagnostizierte Konstruktion eines gesellschaftlichen Konsenses bringt er das Politische als Dissens, als Störung der etablierten Aufteilung des Sinnlichen, in Stellung. Dabei beharrt er in Abgrenzung zu Althusserund Bourdieu auf der egalitären Dimension der ästhetischen Erfahrung und versteht seine Bestimmung der Ästhetik als „Regime der Erfahrung“ als Revision der etablierten kunstgeschichtlichen Epochenbildung und Kritik am modernistischen Dogma. Abschließend wird mit Blick auf aktuelle soziale Bewegungen und Kunstpraktiken nach deren kritischen Potenzial gefragt und eine mögliche Annäherung künstlerischer und politischer Strategien thematisiert. Jacques Rancière, geboren 1940, lehrte zwischen 1969 und 2000 Philosophie und Kunsttheorie an der Universität Paris VIII.


Jacques Rancière
Das Unbehagen in der Ästhetik
3., überarbeitete Auflage.
160 S., br., € 19,90
978-3-7092-0207-4
Damit es Kunst gibt, genügt es nicht, dass es Maler oder Musiker, Tänzer oder Schauspieler gibt. Damit es ästhetisches Empfinden gibt, genügt es nicht, dass wir Vergnügen daran finden, sie zu sehen oder zu hören. Damit es Kunst gibt, braucht es einen Blick und ein Denken, die sie identifizieren. Ästhetik ist der Name eines spezifischen Regimes der Identifizierung von Kunst.Man klagte gestern die Ästhetik an, die kulturellen Spiele der gesellschaftlichen Unterscheidung zu verdecken. Man möchte heute die künstlerischen Praktiken von ihrem parasitären Diskurs befreien. Aber die Ästhetik ist kein Diskurs, sie ist ein historisches Regime der Identifizierung von Kunst. Dieses Regime ist paradox, denn es begründet einerseits die Autonomie der Kunst und löst andererseits ihre Grenzen zu den Gegenständen des gewöhnlichen Lebens auf. In dieser unaufgelösten Spannung von zwei Politiken ist die Ästhetik nicht zufällig politisch, sondern ihrem Wesen nach. Die Aufarbeitung dieser konstitutiven Spannung erlaubt zu verstehen, wie die Aufrufe, die Kunst von der Ästhetik zu befreien, heute dazu führen, sie mitsamt der Politik in ethischer Ununterschiedenheit zu ertränken.

Jacques Derrida, Hans­Georg Gadamer, Philippe Lacoue­Labarthe
Das Kolloquium von Heidelberg
Heidegger: Philosophische und politische Tragweite seines Denkens
160 S., br., € 19,90
978-3-7092-0203-6
Das Kolloquium von Heidelbergbeschäftigt sich lange vor dem Erscheinen der „Schwarzen Hefte“ mit den Konsequenzen von Heideggers Verstrickung in den Nationalsozialismus für die Deutung seines philosophischen Werkes. Diese weiterhin heftig umstrittene Frage wird von drei der besten Heidegger­Exegeten  jenseits vereinfachender Polemik differenziert und facettenreich ausgeleuchtet.Am 5. und 6. Februar 1988 fand in der Universität von Heidelberg das Kolloquium „Heidegger: Portée philosophique et politique de sa pensée“ statt. Im selben Hörsaal, in dem Heidegger 1933 seine „Rede über die Universität im neuen Reich“ gehalten hatte, sprachen Lacoue­Labarthe, Derrida und Gadamer Die aus dem Stegreif gehaltenen Beiträge stießen auf großes Publikumsinteresse und fanden ein breites Echo, nicht zuletzt, weil Derrida und Gadamer nach ihrer Begegnung im Jahr 1981 in Paris erstmals wieder das öffentliche Gespräch aufnahmen. Außerdem war kurz zuvor in Frankreich Víctor Farías’ vieldiskutiertes Buch über Heideggers Verstrickungen in das NS­Regime erschienen.  Die Frage wird von den drei Philosophen differenziert und facettenreich ausgeleuchtet. Jacques Derrida (1930–2004) lehrte Philosophie in Paris und den USA.  Hans­Georg  Gadamer  (1900–2002)  lehrte  Philosophie  in Leipzig  und  Heidelberg. Philippe  Lacoue­Labarthe  (1940–2007) lehrte Philosophie in Straßburg.


Paul Virilio
Die Verwaltung der Angst
2. überarbeitete Auflage
96 S. Br., € 12,90
978-3-7092-0209-8
Klimachaos, Börsenpanik, Wirtschaftskrise, Terrorismus... Die stetig wachsende Zahl der Bedrohungen, denen wir heute ausgesetzt sind, veranlasst Paul Virilio zu Überlegungen über das Phänomen der Angst, ihre mediale Verbreitung und politische Instrumentalisierung in einer globalisierten, unablässig beschleunigten Realität. Im Gespräch mit dem Herausgeber und Journalisten Bertrand Richard zeichnet Virilio das Porträt einer „unbewohnbar gewordenen Welt“. In dieser erscheint die Angst als unvermeidliche Kehrseite der Fortschrittspropaganda, weil die Politik neuerdings von globaler statt von individueller Sicherheit spricht und damit sukzessive die Gesellschaft unterminiert. Paul Virilio liefert eine umfassende Analyse der politischen, medialen, aber auch philosophischen Implikationen der allgegenwärtigen Angst, die von den Mächtigen verbreitet, orchestriert und verwaltet wird. Einmal mehr warnt er davor, schreckensstarr und tatenlos den Ereignissen zuzusehen und ruft zum Bruch mit der „Echtzeit“ auf, damit die Diversität, jene des Lebens, der Orte, aber auch jene der Zeit, fortlebt. Paul Virilio wurde 1932 in Paris geboren. Er begründete die École Spéciale d’Architecture und lebt heute als Architekt, Stadtplaner und Schriftsteller in La Rochelle.

Anne-Béatrice Clasmann
Der arabische (Alb-)Traum
Aufstand ohne Ziel
300 S., Br., € 29,90
978-3-7092-0173-2
Weshalb sind die meisten Revolutionsbewegungen des Arabischen Frühlings gescheitert? Wie schädlich ist der Einfluss von Regionalmächten wie Saudi-Arabien und Iran? Und was droht, wenn Staaten in Nahost und Nordafrika über Jahre instabil bleiben oder gar zerfallen? Den Demonstranten und Aufständischen, die 2011 in mehreren arabischen Staaten an den Grundfesten der alten Ordnung rüttelten, fehlte eine gemeinsame Vision. Das rächt sich bitter. In der Mehrzahl der arabischen Umbruchstaaten ist die Situation heute noch finsterer als der Status quo ante. Statt staatlicher Unterdrückung herrschen nun Krieg und Terror. Anne-Béatrice Clasmann zeigt auf, wie die Missachtung der Menschenrechte und die bildungsfeindliche politische Kultur der alten Regimes bis heute nachwirken. Anne-Béatrice Clasmann, geboren 1968 in Köln, beschäftigt sich seit ihrem Studium mit arabischer Politik. Sie hat viele Jahre als Journalistin in Kairo und Istanbul gelebt und gearbeitet.

Nina Scholz, Heiko Heinisch
Charlie versus Mohammed
Plädoyer für die Meinungsfreiheit
96 S. Br., € 12,90
978-3-7092-0192-3
Mit einer aktuellen Version totalitären Denkens und seiner Folgen befassen sich Nina Scholz und Heiko Heinisch in Charlie versus Mohammed, ihrem neuen Buch in der Reihe Passagen Thema. Anlässlich des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdound der darauffolgenden Diskussionen, wie weit Satire gehen dürfe, entwickelt das Buch ein leidenschaftliches Plädoyer für die Meinungsfreiheit als einer unverzichtbaren, nicht verhandelbaren Grundlage unserer offenen Gesellschaft. Nina Scholz studierte Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Heiko Heinisch studierte Geschichte an der Universität Wien. Beide forschten und publizierten zu den Themen Nationalsozialismus und Antisemitismus.

Jacques Derrida
Geschichte der Lüge
Prolegomenon
Aus dem Franzöischen von Noe Tessmann
104 S., Br., € 11,90
978-3-7092-0175-6
Anhand der Möglichkeit der Selbstlüge oder Selbsttäuschung dekonstruiert Jacques Derrida in diesem Buch die Unterscheidung zwischen Lüge und Irrtum, wie sie in den großen Texten der metaphysischen Tradition (Platon, Augustinus und andere) getroffen wurde. Ein einheitlicher und zuverlässiger Begriff der Lüge, der sich durch unsere sogenannte abendländische (jüdisch, griechisch, römisch, christlich, islamisch geprägte) Tradition zieht, müsste nicht nur einer theoretischen Historizität Rechnung tragen, um ihn von anderen Begriffen in anderen Geschichten und Kulturen zu unterscheiden. Auch die Annahme einer praktischen, sozialen, politischen, rechtlichen und technischen Historizität, die ihn umgeformt und sogar Brüche im Inneren unserer Tradition verursacht hat, gilt es zu untersuchen. Derrida geht der Frage nach, ob man überhaupt zwischen einer Historie des Begriffs der Lüge, einer Geschichte der Lüge – also aller Ereignisse, die der Lüge widerfahren oder aufgrund der Lüge passiert sind – und einer wahren Geschichte, welche die Erzählung (Historie, historia rerum gestarum) dieser Lügen oder der Lüge im Allgemeinen strukturiert, unterscheiden kann. Er fragt, wie man eine Geschichte der Lüge erzählen kann, ohne selbst zu lügen.


Slavoj Žižek
Ein Plädoyer für die Intoleranz
6. Auflage
104 S., br., € 15,00
978-3-7092-0188-6
Die Medien bombardieren uns mit der Idee, dass die größte Gefahr heutzutage der intolerante (ethnische, religiöse, sexistische...) Fundamentalismus ist, der sich nur durch eine konsequente Haltung bekämpfen lässt.
Aber: Ist diese Idee so selbstverständlich? Ist die vorherrschende Form der multikulturellen Toleranz nicht viel weniger unschuldig, als sie zu sein scheint? Immerhin lässt sie die Entpolitisierung der Ökonomie zu. Diesem Multikulturalismus liegt die Überzeugung zugrunde, dass wir in einer post-ideologischen Welt leben, die Gegensätze zwischen Links und Rechts überwunden und die wichtigsten Auseinandersetzungen jene um die Anerkennung der verschiedenen Lebenskonzepte sind. Ein zweites Aber: Könnte man nicht diese Idee als die Ideologie des aktuellen globalen Kapitalismus bezeichnen? Was nun? Was wir heute brauchen, zeigt Žižek, ist eine starke Dosis Intoleranz – und zwar gerade im Hinblick auf die eigentlich politische Landschaft der Opposition. Vielleicht ist es nötig, die multikulturelle Haltung von Links zu kritisieren und für eine neue Politisierung des Ökonomischen zu plädieren. Slavoj Žižek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker.


Alain Badiou
Lob der Liebe
2., überarbeitete Auflage
80 S., br., € 11,90
978-3-7092-0152-7
In diesem Gespräch erklärt Alain Badiou seinen Begriff der Liebe: „Die Überzeugung, dass jeder nur seine Interessen verfolgt, ist heute weit verbreitet. Die Liebe ist nun der Gegenbeweis dafür. Die Liebe ist das Vertrauen auf den Zufall.“ Philosophen müssen sicherlich geübte Wissenschaftler sein, Freunde der Dichtung und politische Aktivisten, aber sie müssen es auch auf sich nehmen, das Denken niemals von den gewaltigen Ereignissen der Liebe zu trennen – sie müssen mithin auch Liebende sein. Badiou nennt das die vier Bedingungen der Philosophie. Dieser Dialog zwischen Alain Badiou und Nicolas Truong über die Liebe fand 2008 beim Festival von Avignon im Rahmen des „Theaters der Ideen“ statt: „Geben wir ein wenig an: Nicolas, der Fragende, und ich in der Rolle des verliebten Philosophen, wir waren in Form und es wurde ein Erfolg, ja sogar ein beträchtlicher Erfolg.“ Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris. 

Jean-François Lyotard
Das postmoderne Wissen
Ein Bericht
Aus dem Französischen von Otto Pfersmann
8. Auflage
192 S., br., € 22,00
978-3-7092-0169-5
Das postmoderne Wissen – erstmals 1982 in einer Wiener Zeitschrift erschienen – ist ein Schlüsseltext der Postmoderne. Lyotard hat darin den philosophischen Gehalt dieses Begriffs definiert und grundlegend geprägt. Ausgehend von Wittgensteins Theorie der Sprachspiele entwickelt Jean-François Lyotard Ansätze zu einem völlig neuen, philosophischen Begriff der Postmoderne. Mit seiner Verwendung in der Architektur hat Lyotards philosophischer Postmoderne-Begriff nur noch den Namen gemein. Lyotard versucht vielmehr, den zum Ende des 20. Jahrhunderts einsetzenden fundamentalen Umbruch der Gesellschaftstechnologien zu erfassen. Er diagnostiziert das Ende der „großen Erzählungen“ von Freiheit und Aufklärung, erschüttert den eingefahrenen Glauben an Konsens und an Wissenschaft als interessefreien Raum und führt konsequent die Aporien des „Projekts Aufklärung“ vor. Das Werk Jean-François Lyotards bestimmt noch immer eine der wichtigsten philosophischen Diskussionen um Ethik und Handlungsfähigkeit im neuen Jahrtausend. Jean-François Lyotard (1924–1998) lehrte Philosophie in Paris und den USA.
  1. Das Untersuchungsfeld: Das Wissen in den informatisierten Gesellschaften
  2. Das Problem: Die Legitimation
  3. Die Methode: Die Sprachspiele
  4. Die Natur des sozialen Bandes: Die moderne Alternative
  5. Die Natur des sozialen Bandes: Die postmoderne Perspektive
  6. Die Pragmatik des narrativen Wissens
  7. Die Pragmatik des wissenschaftlichen Wissens
  8. Die narrative Funktion und die Legitimierung des Wissens
  9. Die Erzählungen von der Legitimierung des Wissens
10. Die Delegitimierung
11. Die Forschung und ihre Legitimierung durch die Performativität
12. Die Ausbildung und ihre Legitimierung durch die Performativität
13. Die postmoderne Wissenschaft als Erforschung der Instabilitäten
14. Die Legitimierung durch die Paralogie



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